Geschlechtlich (2x) - Idealzustand - Jungfräulichkeit - Mutterrolle - Sauberkeit - Sakral

Lückentextübung

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Wenn die Frau in der Gesellschaft schon nichts taugte, so boten sich ihr jedoch im Möglichkeiten, sich zu behaupten. Indem sie sich vom fernhielt, distanzierte sie sich vom Mann und nahm somit eine erhabene, souveräne Position ein. Andererseits war die a-sexuelle Liebe, allen voran Jesus gegenüber, unerschöpflich. Es galt ihm zu folgen, um gleichzeitig das eigene Glück zu verwirklichen und dem Druck der gesellschaftlichen Forderungen standzuhalten. Die Historikerin Rebekka Habermas betrachtet diese Haltung als ‘vorbewusstes Aufbegehren’ gegenüber der Männerwelt. Das religiöse weibliche Idealbild wurde von Maria verkörpert. Sie hat als Jungfrau einen Sohn geboren, sich auf diese Weise von der Sexualität distanziert und trotzdem eine privilegierte erfüllt. Die Liebe zu Gott und seinem Sohn, jenseits allem , wurde als die volkommene Liebe betrachtet. Dieses Ideal kommt auch in der mittelalterlichen Kunst mehrfach zum Ausdruck, zum Beispiel in den sogenannten ‘geschlossenen Höfen’, in denen Maria mit anderen - auf den Status der bedachten - weiblichen Heiligen dargestellt wurde. Der geschlossene Hof war das Symbol der Jungfräulichkeit überhaupt. Schon im Hohen Lied Salomonis verglich der Bräutigam die seiner Braut mit einem geschlossenen Hof. Im Mittelalter wurde Maria diesem Hof gleichgesetzt. Es war für die damalige religiöse Frau erstrebenswert, diesen zu errreichen. Beginenhöfe kamen übrigens in ihrer architektonischen Auffassung dem Ideal des geschlossenen Hofes gleich.